Einleitung

Falls eine Chronik die "Aufzeichnung geschichtlicher Ereignisse in zeitlich genauer Reihenfolge" sein soll, so muss einleitend bereits darauf hingewiesen werden, dass der Verfasser dieses Erzeugnisses, aus Unvermögen oder beklemmender Unkenntnis, diese Erwartung nicht erfüllen kann. Zu seiner Entschuldigung sei aber auch gesagt, dass viele Quellen nie existierten oder nicht zugänglich sind. Er bittet daher um Nachsicht, dass sich diese Darstellung zwischen Fakten und Prosa bewegt, aber auch unter dem Gesichtspunkt, dass diese Chronik keine Laudatio sein will.

Wenn also diese Zusammenfassung mehrerer Versuche, die Geschichte der ‚Großen Höhenhauser Karnevals-Gesellschaft NAAKSÜHLE 1949 e.V.' festzuschreiben, dazu führt, dass verborgenes Wissen preisgegeben wird, werden es zukünftige Chronisten dankbar zur Kenntnis nehmen.

Der Autor scheut sich aber auch nicht, bereits an anderer Stelle veröffentlichte Beiträge wieder aufzunehmen, Die Nähe der Artikel zum damaligem Geschehen vermittelt anschaulicher als jede Nacherzählung Stimmung und Atmosphäre der Zeit.

Um dem geneigten Leser, falls es diesen geben sollte, Einblick in Wesen und Treiben der Akteure dieser zurückliegenden 50 Jahre zu geben, soll eingangs ein Geleit von Prof. Dr. phras. Negnal stehen, in dem er versucht, den Abstammungsnachweis der NAAKSÜHLE zu führen. Dieser Beitrag (hier in stark gekürzter Form wiedergegeben) wurde bereits im Festheft des Jahres 1985/86 veröffentlicht, konnte aber schon damals nicht überzeugen.

 

Selbstfindung von Prof. Dr. phras. Negal

Aus historischer Sicht muss festgestellt werden, dass die "Naaksühl", in meinen weiteren Ausführung kurz "Ü" genannt, erstmals um die Jahreswende 1948/49 für die breite Öffentlichkeit populärwissenschaftlich erfasst wurde.
Die für Sprachkundler hoch interessante Wortschöpfung "Naaks, für das zu dieser Zeit schon gebräuchliche Wort "Nacht", gemeint war der Zeitraum zwischen Abend und Morgen, lässt eindeutige Assoziationen zu. Selbst das sehr ähnlich klingende Kölner Dialekt kennt für diesen Zeitabschnitt nur das Wort ‚Naach', welches keineswegs in Verbindung mit ‚nackt' gleich ‚entblößt' zu verwenden beliebt. Die Anhängung des Dialekts ‚Ühl' für eine nicht eindeutig zu definierende Eulenart der Gattung Strigidae muss als Indiz für beabsichtigte Irreführung gewertet werden.

Angesiedelt sind die ‚Ü' überwiegend im Bereich eines schon seit langem stillgelegten Rheinarmes. Hier, wahrscheinlich Mitte der 30er Jahre, aus dichtbesiedelten links-rheinischen Orten vertrieben, bezogen die ‚Ü' bizarr anmutende Holzhäuser und machten sich in parkähnlichen Gartenanlagen unter Zuhilfenahme bäuerlichen Praktiken um die bereits zu dieser Zeit vorbildliche Siedlung verdient.

Unverkennbar war auch damals schon ein starker Drang nach Geselligkeit vorhanden, der häufig zu gewollten Mischehen führte. Es erstaunt daher nicht, dass zuweilen im Vorort geborene ‚Ü' anzutreffen sind.
Das Paarungsverhalten ist artfremd, da überwiegend im liegen vollzogen. Beachtenswert erscheint, dass der zumeist im Dunkeln vollzogene Akt weniger der Erhaltung der Art als vielmehr einem eulenfremden, sinnlichen Bedürfnis entspringt. Um so erstaunlicher, dass dieses atypische Verhalten nicht zur Elimination der Gattung geführt hat. Einige Jahrgänge verzeichnen sogar überdurchschnittliche Zugänge der Population

Die ‚Ü' bevorzugt, wie auch frei lebende Eulen, ein durch feste Beziehung gekennzeichnetes Einzugsgebiet, das in der Weise besetzt wird, als dass man sie häufig an Tränken mit obergärigen Flüssigkeiten antrifft, wo sie sich aus Gründen vorgegebener Kommunikation an sogenannten Tresen festklammert. Hier treiben die ‚Ü' in großen Scharen ein beliebtes Spiel, indem sie vorgefasste Meinungen in reale Geschichten einbinden, die sie Witze nennen und die in der Regel auf Gebrechen anderer zielen.

Zur Regulierung des Wasserhaushaltes braucht eine ‚Ü' ständig und regelmäßig große Mengen Flüssigkeiten, welche bevorzugt aus einer gelben, alkoholhaltigen Brühe aus verflüssigter Gerste besteht. Das sich ablagernde Wasser wird nach einem festgelegten Zeremoniell abgeführt, so dass lediglich der Alkohol in den Zellen verbleibt. Das erfordert, bei artgerechter Flüssigkeitsaufnahme, bisher noch nie beobachtete feinmotorische Fortbewegungstechniken. Statt abzuheben folgt die Mehrzahl die 'Ü' imaginäre Wellenlinien, die bisher nur ungenügend erforscht sind. Andere bewegen sich, die Füße einwärts gestellt, in gebückter Haltung, wobei mit starrem Blick höchste Aufmerksamkeit suggeriert wird.

Fazit:
Bei Würdigung aller Wesensmerkmale, der Körperhaltung und auch den Trinkge- wohnheiten, handelt es sich bei den ‚Naaksühle' mit großer Wahrscheinlichkeit um eine besondere Spezies des Homo sapiens, dadurch gekennzeichnet,
dass sie als ausgeprägt gesellige Typen sich einer Vereinigung gleichgesinnter Artgenossen angeschlossen haben, mit der Absicht, sogenannte karnevalistische Rituale, die mit euphorischen Alaaf-Rufen begleitet werden, zu feiern.
Das deutlich erkennbare Verhaltensmuster zeigt des weiteren auffällige Vermeh- rungszwänge, die zum Zwecke der imageaufwertenden Abschottung gegenüber Komikern anderer Couleur ausschließlich introvertierten Charakter haben.

Soweit meine Ausführungen. Ich hoffe hiermit bisher nicht bemerkte Wissenslücken geschlossen zu haben und möchte mit einem überlieferten Zitat schließen:

"Jeder Jeck es anders, doch en Ühl es noch keine Verein."

Mit freundlichen Grüßen, Ihr Reteid Negnal. Köln, im November 1984.

 

Vorgeschichte

1947 - man erinnere sich:
Die Wunden des 2. Weltkrieges sind noch immer unübersehbar. Trümmer und Schutt bestimmen das Bild unserer Vaterstadt.

 

Die Nahrungsmittelzuweisung für Normalverbraucher - welch fürchterliches Wort - hat die Militärregierung auf 775 Kalorien pro Tag und Kopf festgelegt. Lebensmittel sind nur gegen Wertmarken, wenn überhaupt, zu erhalten. Die Wohnungsnot ist groß. Behelfsheime prägen viele Stadtteile.
1947 ist die Zeit der Schwarzmärkte und des Schwarzbrennens, an dessen Ende der "Knolli-Brandy" steht - ein beliebtes Zahlungsmittel. Das alltägliche Leben ist auf Existenzsicherung ausgerichtet.
Doch auch der Wille zur Neugestaltung, zum Neuaufbau ist unübersehbar. Fabriken werden entschuttet, die Fabrikation unter schwierigsten Bedingungen wieder aufgenommen. Als erste Nachkriegsmesse eröffnet in Köln-Deutz die traditionelle Herbstmesse. Und - am 17. Januar nimmt das Festkomitee, Festausschuß des Kölner Karnevals genannt, seine Tätigkeit wieder auf. 25 Gesellschaften schließen sich an.
Auch Höhenhaus leidet unter den Nachwirkungen des Krieges. Obwohl nicht so fürchterlich verwüstet wie die Innenstadt oder die Stadtteile mit wesentlichen Produktionsanlagen oder strategischen Verkehrswegen, sind die Schäden beträchtlich. Viele Häuser der Siedlung Neurath und Gebäude der Fluss- der Blumensiedlung, und viele andere, sind zerstört.
Ein Erbe der Bombardierung sind die vielen Blindgänger (nicht detonierte Sprengkörper!), die die Bevölkerung und den Wiederaufbau gefährden.
Diese Gefahr zu beseitigen ist Aufgabe der sogenannten Bomben-Räumkommandos. Und hier beginnt die Geschichte der KG NAAKSÜHLE.

Die Anfänge

Im Oktober 1947 ist ein solches Bombenräumkommando auf dem Weg von Bensberg nach Bergisch Gladbach. Auf der Ladefläche des Lkws liegen mehrere entschärfte Granaten und eine Fünfzentner-Bombe.
Anton Knepper, Paul Köster, Johann Storm und Josef Veith haben soeben Ihre gefährliche Arbeit getan und sind auf dem Weg zu einem neuen Einsatz. Es ist Anton Knepper, der die Diskussion über den Kölner Karneval und das Für und Wider einer Gründung einer Höhenhauser Fastelovends-Vereins eröffnet.
Der Wunsch nach Entspannung, Abschalten nach gefährlicher Arbeit ist Triebfeder. Doch jetzt schon Karneval, Frohsinn?
Die Umstände und das unerfreuliche Umfeld sind kaum geeignet ein solches Vorhaben positiv zu bewerten oder in die Tat umzusetzen. Doch der Gedanke daran geht nicht mehr aus den Köpfen. Vom Naturell ist man Optimist.             
                                         

Die kölsche Mentalität siegt

Silvester 1947 trifft man sich in der Wohnung von Anton Knepper in Höhenhaus am Neckarweg. Die Lebensumstände haben sich zwar nicht wesentlich verbessert, doch man will endlich wieder etwas Vergnügen haben. Man einigt sich schnell darauf, dass der nördliche Teil des Vorortes - rund um den Wupperplatz - einen Karnevalsverein braucht. Man denkt auch an die vielen Menschen, die - nicht immer freiwillig - neu nach Höhenhaus gezogen sind. Diese hatten im Bombenkrieg ihre Wohnungen verloren und waren ins Rechtsrheinische verschlagen worden (wo ja nach Ansicht von Konrad Adenauer Sibirien anfängt). Viele fühlen sich in Höhenhaus noch nicht richtig heimisch, sie suchen nach einem neuen Heimatgefühl. Eine fröhliche Gemeinschaft soll entstehen, die alle einbezieht - Frauen, Männer, die Familien, Höhenhauser und Zugezogene.

Die Rohfassung einer Gründungsurkunde wird erstellt und von folgenden Personen unterzeichnet:

Henriette Aschenbroich, Anton Knepper, Lilli Knepper, Paul Köster,
Erna Kroneberg, Heinz Pirrebom, Johann Storm und Therese Winand.

Die Gesellschaft soll den Namen haben:

"Große Höhenhauser Karnevalsgesellschaft Gelb-Weiß von 1948"

Dennoch sollte es mehr als ein Jahr dauern, bis das Vorhaben in die Tat umgesetzt wird.

Gelb (heraldische Farbe für Gold) und Weiß (Silber) wählte Papst Pius VII. 1808 anstelle des herkömmlichen Rotes als neue päpstliche Farben. Im katholischen Köln des Jahres 1948/49 war dies natürlich nicht auf eine Karnevalsgesellschaft übertragbar.
Vor diesem Hintergrund wurde vom Amtsgericht die Aufnahme dieser Farben in den Namen nicht zugelassen. Gelb/Weiß als Vereinsfarbe bleibt davon unberührt.
Und noch eine Anmerkung sei erlaubt, die von einem unbefangenen Höhenhauser Bürger formuliert wurde.
Alfred Kemp in seinem Buch "Höhenhaus zwischen damals und gestern":
"Bei der Eintragung des Vereins im Jahre 1949 nannte man sich, gar nicht bange, "Große Höhenhauser Karnevalsgesell-schaft". Der Name hat sich heute bestätigt."

 

Die Geburt der "Ühl"

Irgendwann im Jahre 1948, wiederum im Hause Knepper, wird ein kleines, fröhliches Fest gefeiert. Ein Fest, das nachhaltige Folgen haben sollte.
Offenbar ist die Stimmung derart ausgelassen, dass man einfach nicht auf die Uhr schaut, keiner will nach Hause gehen. Es kommt wie es kommen muss. Die genervte Hausfrau - Lilli Knepper - erklärt den Rausschmieß mit den Worten: "Wollt Ihr nit endlich no Hus jon? Ühr sit jo de reinste Naaksüle!"

Das Wort wird aufgegriffen. Man beschließt, die zu gründende Karnevals-Gesellschaft umzubenennen in

"Große Höhenhauser Karnevals-Gesellschaft Naaksüle".

Beim Eintrag ins Vereinsregister muss dann jemand einen Fehler gemacht haben. Denn die Ül, hochdeutsch die Eule, schreibt man nicht mit "h". Doch wider besseres Wissen bleibt man bei der Schreibweise.
Auch, als Kölns Oberbürgermeister Norbert Burger mal bei einem Frühschoppen frotzelte: "Wie schrift ihr rechtsrheinische Buure denn Ül?".

"NAAKSÜHLE" mit "h" sind im Karnevalsumfeld auch nach 50 Jahren äußerst beliebt; Namen-Plagiateure sind leicht zu erkennen. Sie übernehmen gedankenlos die falsche Schreibweise.

 

Die ersten Jahre

1949 - 1954
1949. Das Motto des ersten Nachkriegs-Rosenmontagszuges,
Kappenfahrt genannt: "Mer sin widder do, un dun wat mer künne"

Am 5. Februar 1949 wird die Gründungsversammlung einberufen. Tagungsort: die Gaststätte "Zum Ritter" der Geschwister Altgassen in Köln-Dünnwald.
Versammlungsleiter ist Anton Knepper. Ein Gründungsprotokoll und eine Satzung werden verfasst und im Gegensatz zur ersten Fassung nur noch von Männern unterschrieben. Neu genannt werden erstmals die Herren Josef Lützenkirchen, Franz Knepper, Peter Körsgen, Anton Bader und Karl-Heinrich Knepper. Mitgliedsausweise und Vereinsnadeln werden erstmals ausgegeben.
Ein Vorstand wird gewählt. 1.Vorsitzender und Präsident der KG NAAKSÜHLE wird Anton (Toni) Knepper, Heinz Peereboom wird 1. Kassierer. Beide gemeinsam vertreten die Gesellschaft .
Die beim Amtsgericht eingereichte Satzung muss überarbeitet werden. Und so wird mit Datum 15. April 1949 erneut der Antrag zur Eintragung gestellt und am 25. April 1949 vorgelegt. Der erste Eintrag im Vereinsregister datiert vom 6. Oktober 1949. Die Vermutung, Beamte seien damals schneller gewesen als heute, ist unbegründet.
Das Vereinsvermögen beträgt 300,- DM. Der monatliche Mitgliederbeitrag wird mit 1,- DM, die Aufnahmegebühr mit 2,- DM festgelegt. Dafür hat aber jedes Mitglied freien Eintritt zu allen Veranstaltungen.

Die erste Satzung beinhaltet bereits die Zielsetzung, die Mitgliedschaft im Festkomitee des Kölner Karnevals zu beantragen.
Ende des Jahres 1949 stellt sich die KG erstmals der Öffentlichkeit vor. Unter dem Motto "Mutzbach in Flammen" wird in der "Gaststätte Sürth" ein großes Sommerfest gefeiert. - ob dabei der Mutzbach verdampfte, ist nicht überliefert.

Als Sitzungspräsident steht Anton Knepper vorerst nicht zur Verfügung.
Er will vielmehr die Leitung einer Sitzung durch einen "Profi" studieren. Als "Profi" wird Karl Höher, Mitglied der Muuzemändelcher und bekannter Mundart-Sänger verpflichtet. Die Programme stellt Paul Köster zusammen und ist damit erster Literat der Gesellschaft.

Leider erlebt Toni Knepper nicht die ihm zugedachte Einführung als Präsident anlässlich der ersten Sitzung in der Walkmühle. Diese findet am 11. November 1949 statt. Toni Knepper verstirbt im Oktober 1949.

Präsident Heinz Knepper, Fritz König, Johann Storms und Literat Toni Brühl (v.l.n.r)
Präsident Heinz Knepper, Fritz König, Johann Storms und Literat Toni Brühl (v.l.n.r)
Nachfolger wird im Januar 1951 Josef Lützenkirchen. Unter seiner Führung gelingt es, viele Mitglieder für die Gesellschaft zu gewinnen. Und noch 1951 beschließt der Vorstand, ein Tanzcorps zu gründen. Dessen erster Kommandant wird Franz Knepper. Doch auch Josef Lützenkirchen ist es nicht vergönnt, die Gesellschaft über längere Zeit zu führen. Er verstirbt ein Jahr nach der Amtsübernahme.

Zwei solcher Schicksalsschläge kann die noch nicht gefestigte Gesellschaft kaum verkraften. Zahlreiche Mitglieder scheiden aus. Die finanzielle Situation ist dramatisch.
Dennoch gelingt es den wenigen Getreuen das Schiff wieder in Fahrt zu bringen. Der Zerfall der noch jungen KG NAAKSÜHLE wird verhindert.

Zahlreiche Veranstaltungen werden durchgeführt. In kleinen Räumen der Walkmühle, Puffelskooche oder auch im ‚grünen Saal' des Restaurant Jäger. ‚Grüner Saal' deshalb, weil von manchen Plätzen der etwas größeren Garage ungestörter Blick durch die Dachziegel in die freie Natur geboten wird.

Damit fröhliche Atmosphäre erstrahlt, werden quer durch den Saal Drähte gespannt und Luftschlangen darüber gehängt. Der Ofen wird mit Holzkohle ‚gestocht', so daß im Saal soviel Qualm ist, dass vom Präsidenten und Elferrat nur noch ein gehustetes ‚Prost' zu hören ist. Es mangelt an Allem.
Als Eintrittsgeld werden auch Naturalien angenommen. Klütte (Briketts) zum Beispiel. Und die Kräfte für Bütt und Podium begnügen sich "met nem Appel un nem Ei". Oder können sich bei einem Vereinsmitglied sooft die Haare schneiden lassen, bis die Gage abgegolten ist. Auch Stars wie Hans Hachenberg oder Karl Höher begnügten sich.

Als 3. Präsident stellt sich Heinz Knepper, der Sohn des Gründungspräsidenten, zur Verfügung. Heinz Knepper wird am 11.11.1952 in sein Amt eingeführt. Er wirkt drei Jahre erfolgreich für die Gesellschaft und tritt 1955 zurück.

Wiederum steht die Gesellschaft vor einer Zerreißprobe. Eine turbulente Zeit. Kein Verein ist auf Rosen gebettet - auch nicht die KG NAAKSÜHLE. Sorgen belasten Vorstand und Mitglieder. Es fehlt an Zusammenhalt. Die Mitgliederzahl schrumpft. Es gibt Überlegungen, aus der Gesellschaft einen Stammtisch zu machen.

Der verbliebene kleine Kreis ist führungslos. Die Kassen sind leer.
Das angeschlagene Schiff NAAKSÜHLE dümpelt zwei Jahre lang vor sich hin.

In dieser Situation übernimmt ein Mann die Geschicke der Gesellschaft, ohne dessen Engagement die Karnevals-Gesellschaft NAAKSÜHLE nicht überlebt hätte.

 

Die Ära Christian Jungbluth

1957 - 1969

Der Senat

Die Gäste haben Platz genommen, die Einmann-Kapelle spielt den Eröffnungsmarsch, die erste Kraft steht vor der Tür. Die Sitzung kann beginnen, - könnte beginnen.
Denn - die Ordnungsbehörde beanstandet die fehlenden Feuerlöcher. Sie verbietet die Veranstaltung.
Doch die Lösung sitzt im Saal: Christian Jungbluth, der Sitzungspräsident des Abends. In voller Montur schwingt er sich aufs Fahrrad und fährt zur Firma Walter in Köln-Dellbrück. Mit dem erforderlichen Löschgerät auf dem Gepäckträger beeindruckt er sogar die wartenden Feuerwehr-Beamten. Die Sitzung kann beginnen.

Diese Anekdote ist bezeichnend für Christian Jungbluth, der zwölf Jahre lang das Vereinsleben der NAAKSÜHLE prägen sollte.

Christian Jungbluth ist ein Mann der Tat. Er erkennt die anstehende Probleme und arbeitet zäh an deren Lösung. Und das mit Erfolg.

Christian Jungbluth wird Präsident und Vorsitzender zugleich. Diese erstmalige Zusammenlegung der Ämter schafft ihm den nötigen Rahmen, um ohne Umwege die Basis und die Struktur der kränkelden Gesellschaft zu verändern.

Er wirbt um neue Mitglieder, stellt die Finanzen wieder auf solide Grundlagen und umgibt sich mit Freunden, die nachhaltige Aufbauarbeit leisten.
Zu diesem Kreis der wirkungsvollen Helfer hinter den Kulissen, zählen die Herren Erich Loos, Inhaber der Gaststätte "Puffelskooche" und Hess, der Besitzer des gleichnamigen Lokals in Köln-Dünnwald. Aber auch der heutige Ehrensenator Peter-Robert Schiefer, der Rat und Tat zur Verfügung stellt. Und ein Freund der Gesellschaft, dem es immer wieder gelingt, das Recht auf der Seite der KG NAAKSÜHLE zu halten: Ehrenmitglied Hans Stahl, Rechtsanwalt und Senatspräsident der Nippesser Bürgerwehr.

Weitsichtige Personalentscheidungen werden getroffen. Beispielhaft hierzu die Benennung von Egon Rach zum Literat der Gesellschaft. Dreiundzwanzig Jahre lang gestaltet er die Veranstaltungsprogramme und hat damit wesentlich zum hohen Niveau der Sitzungen beigetragen.
Bei Jungbluth's ist das Haus der offenen Tür. Agnes Jungbluth, die Ehefrau des Präsidenten, ist die Mutter des Vereins. Hier werden gesellschaftliche Probleme - auch mal persönliche ‚Problemchen' - erörtert und diskutiert. Und für vieles eine Lösung gefunden. Agnes hält die Gesellschaft zusammen. Falls mal das Taschengeld eines Elferrates nicht reicht, so findet sich Hilfe. Der sonntägliche Frühschoppen in Christian Sommer's Gaststätte "Zum Grinkenschmied", als Elferratsbesprechung getarnt, muss nicht ausfallen.

1967 ist die Gesellschaft organisatorisch wie auch wirtschaftlich geordnet. Christian Jungbluth trennt sich vom Amt des 1. Vorsitzenden und übergibt dieses an Willi Hemmersbach, das dieser bis 1975 bekleidet.
Und als er im Jahre 1969 auch das Präsidentenamt zur Verfügung stellt, ist das Fundament für eine erfolgreiche Entwicklung der KG NAAKSÜHLE gelegt.

 

Ein Eckpunkt in der Geschichte der KG NAAKSÜHLE
 
Die Gründung des Senates darf man als Eckpunkt in der Geschichte der KG NAAKSÜHLE bezeichnen. Das diese weitsichtige Entscheidung von Christian Jungbluth getroffen wurde, ist weiterer Beleg für seine Probleme-anpackende-Art. Mit den Senatoren zieht er Freunde an die Gesellschaft heran, die helfen können, wirtschaftliche und finanzielle Aufgaben zu lösen. Dass mit Agnes Jungbluth und Mathilde Sommer auch zwei Senatorinnen dem Kreis angehören, soll nicht unerwähnt bleiben. Charme und Höflichkeit sind schon immer Markenzeichen des Senats der Höhenhauser NAAKSÜHLE.
Senat 1968 - 3. von rechts Schatzmeister Franz Wienand, der geehrt wurde
Senat 1968 - 3. von rechts Schatzmeister Franz Wienand, der geehrt wurde
Heinz Heinen, langjähriges Mitglied des Rates der Stadt Köln und ebenso Mitglied des Senates interpretierte die Aufgabe damals als eine Art Auf- sichtsrat der Gesellschaft, der den Vorständen beratend beiseite zu stehen habe. Eine Mitgliedschaft im Verein wäre deshalb nicht zwingend erfor- derlich. Diese Vorstellung wird heute nicht mehr getragen. Der Senat versteht sich als Teil der Gesamtgesellschaft.

Die Senatoren sind also ordentliche Mitglieder der NAAKSÜHLE, mit allen Rechten und Pflichten - normale Beitragszahler also. Aber durchaus mit dem persönlichen Anspruch belastet, hin und wieder auch schon mal ein paar Mark oben drauf zu legen. Was nie auf Ablehnung stößt. Eine Bereicherung für die Gesellschaft. Und das nicht nur "weil Beziehungen nur dem schaden, der keine hat".

Die finanzielle Unterstützung ist jedoch nie ein Kriterium gewesen. Vielmehr hat der Senat die Aufgabe übernommen, die Gesellschaft nach außen zu vertreten und durch seine Persönlichkeiten ihr Ansehen und Seriosität zu stärken, die Gesellschaft zu unterstützen, falls dies einmal erforderlich sein sollte. Die Senatoren empfanden sich nie als elitär. Aus ihrem Selbstverständnis sind sie als erstes immer NAAKSÜHLE. Dennoch sei nicht verschwiegen, dass Mitte der 70er Jahre erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Vorstand und Senat bestehen. Es geschieht durchaus, dass dem Vorstand durch den Senat schlechte und mangelhafte Arbeit bescheinigt wird. Der Umgangston ist oft rauh, aber herzlich. Und so ist im Protokoll der Jahreshaupt-Versammlung 1975 zu lesen, dass ein Bericht von Ehrenpräsidenten und Senator Christian Jungbluth so kommentiert wurde: "Ich betrachte die Ausführungen des Präsidenten als Büttenrede". Offensichtlich nimmt man die Aufsichtspflicht sehr ernst. Letztlich geht es aber um die Sache, so dass keiner beschädigt wird.
Dass der Senat auch ein eigenständiges, geselliges Leben führt, erkennt man an der Vielzahl Ihrer Aktivitäten - natürlich mit ihren Damen. Ausgedehnte Kegeltouren, Fischessen oder gepflegte Dämmerschoppen und die regelmäßigen Zusammenkünfte einigen den Kreis. Die Teilnahme am Höhenhauser Veedelzoch - in den 70er Jahren mit einem doppelstöckigen Bus, derzeit mit eigenem Festwagen - ist ebenso selbstverständlich wie der Besuch aller vom Verein ausgerichteten Veranstaltungen.

Senat im Höhenhauser Veedelszoch
Senat im Höhenhauser Veedelszoch
Als 1959 der Senat seine Tätigkeit aufnimmt, ist Paul Köster dessen erster Präsident. Ihm folgen Hans Reinartz, Manfred Soer, Walter Blum, Willi Hemmersbach und Günter Monschau. Der derzeit amtierende Senatspräsident ist Willi Siebert.
Mit den Senatoren der ersten Stunden, u.a. Peter-Robert Schiefer, Manfred Soer und Hans-Georg Maus feiert der Senat 1999 das 40-jährige Jubiläum. Gratulation.

Die Zeit des Blumenpräsidenten

1969 - 1984
Er wäre ein ‚Hexenmeister des Sitzungskarnevals' sagt Senatspräsident Willi Hemmersbach. Und Ludwig Sebus: ‚Er besitzt das, was einen Präsidenten auszeichnet: natürlichen Charme, angeborene Fröhlichkeit, menschliche Wärme und ein ausgeprägtes Traditionsbewusstsein.' ‚Auch als Präsident wäre er ein Mensch gewesen, zu dem man Vertrauen hatte, dessen Verein mit ihm und er mit dem Verein gewachsen sei' meint Marie-Luise Nikuta. Selten hört man glaubwürdigere Abschiedsworte. Heiner Mühr bescheinigt ihm ein ‚Kölsches Hetz'.

All dies im Jahr 1984, als der so gewürdigte von seinem Amt als Präsident der KG NAAKSÜHLE zurück tritt.

15 Jahre zuvor wird Willi Breuer, in Nachfolge von Christian Jungbluth, Präsident. Blumenpräsident - wie er in Anlehnung an sein Geschäft am Jubiläumsplätzche, einem Blumenladen, genannt wird. Mit strahlendem Lachen und positiver Ausstrahlung gewinnt er schnell die Herzen der Mitglieder und Freunde der Gesellschaft.

Neuer Präsident, neue Rituale!
Zunächst steckt er den Elferrat in eine neue Litevka. Die erste in der Geschichte der NAAKSÜHLE überhaupt. Die Vorgänger betraten die Bühne in gediegenem Schwarz.
Schwarz wird getauscht gegen grau - militär-grau, weil aus alten Wehrmachtsbeständen solcher Stoff preiswert zu beschaffen ist.
Es ist überliefert, dass ein PKW, mit in Litevka gekleideten Naaksühle, von der Polizei aus einem Verkehrsstau heraus geleitet wurde, und dann bis zur Autobahn eskortierte, damit die ‚Soldaten' rechtzeitig ihren Standort erreichen konnten.

Egon Rach wird Chef des Elferrates. Seine Kleiderappelle sind gefürchtet. Ordnung und trinken in strammer Haltung werden geübt. Geübt wird auch der leider etwas in Vergessenheit geratene Brauch, die Elferräte nicht mit ihren Namen anzusprechen, sondern mit einem ihnen zuerkannten Spitznamen. So heißt Willi Breuer Honigbär, in Bezug auf eines von ihm bevorzugten alkoholischen Getränks. Egon Rach hört auf Bratsch, was unschwer mit seiner kräftigen Stimme in Verbindung gebracht wird. Schöckel Hennes (Hans Breuer), Flatschbeil (Franz Jankowiak), Ne Harmlose (Harry Schlegel) oder Beginnemelker (Willi Klostermeier) sind nur eine kleine Auswahl treffender Namen.
Mit einer neuen Standarte, in den Farben gelb/weiß, die auf der einen Seite das Vereinssymbol, die Ühl mit dem Stadtwappen, auf der anderen Seite ‚Rusemaarhex und Grinkenschmied trägt, beides der Heimatsage des Franz-Peter Kürten entliehen, wird bald auch stärker Flagge gezeigt. Der Kontakt zu befreundeten Gesellschaften wird vertieft.

In diese Zeit fällt auch die Gründung einer Kindergruppe, die ganz wesentlich von Hannelore Bertram aufgebaut und geführt wird. Die musikalische Begleitung bei Auftritten übernimmt Willi Bellinghausen ‚op dr Quetsch'. Und auf einem eigenen Festwagen erleben die "Ühlcher us dem Ühlenest" mit strahlenden Augen den Höhenhauser Veedelszoch. Leider löst sich die Gruppe Ende 1975 aus ‚Mangel an Interesse' auf.

Die 70er Jahre sind insgesamt erfolgreich. Der Sitzungskarneval kann endlich in einem großen Saal gefeiert werden. Die Josef-Barten-Halle in Köln-Dünnwald ist fertig gestellt. Das Provisorium Luftschutzbunker an der Honschaftsstraße ist vergessen.
Am 5. Januar 1975 wird mit der Herrensitzung erstmals eine Veranstaltung in der Schützenhalle durchgeführt. Die Besucher sind begeistert. Nun können auch große Traditionscorps und Tanzgruppen auftreten. Die große Bühne lässt dies zu.

1980 wird die Idee einer Damensitzung wieder aufgegriffen. Und so begrüßt Willi Breuer am 30. Januar in der ausverkauften Schützenhalle fröhlich feiernde Frauen. Die'zweite' Damensitzung in der Geschichte der KG - die erste in der Josef-Barten-Halle - ist eröffnet. Es gibt durchaus Bedenken im Vorfeld. Keiner weiß das Verhalten ausgelassener Frauen einzuschätzen. Alle Zweifler haben aber Abbitte zu leisten. Eine fröhlichere und harmonischere Karnevalsveranstaltung hat die KG NAAKSÜHLE noch nie erlebt. Diese Sitzung wird sich in Zukunft als die erfolgreichste Veranstaltung beweisen. Kartenbestellungen erfolgen mit mehr als einem Jahr Vorlauf. Zeitweise werden zwei Damensitzungen in der Session veranstaltet.

Es ist nicht gesichert, ob Hüftleiden oder Bequemlichkeit Auslöser war. Jedenfalls kreiert Willi Breuer eine Kusshilfe. Damit er in angemessener Haltung die Tanzmariechen küssen kann, erfindet er ‚dat Bützbänkche'. Die Einweihung ist zufriedenstellend, die Haltungsnoten bewegen sich im oberen Bereich der Wertungsskala.

15 Jahre hat Willi Breuer die Gesellschaft repräsentiert, hat den Sitzungen seinen unnachahmlichen Stempel aufgedrückt. Die Große Höhenhauser Karnevals-Gesellschaft NAAKSÜHLE schuldet ihm Dank. Dank für seine langjährigen Einsatz für die Gesellschaft, Anerkennung für seine Verdienste.
Und so ist die erste Amtshandlung des 1. Vorsitzenden Dieter Langen, den scheidenden Blumenpräsidenten Willi Breuer zum Ehrenpräsidenten zu ernennen.

 

Prinz, Bauer und Jungfrau

Jubiläumsjahre verlangen ihren eigenen Kolorit.
‚Et muss jet Besonderes sin'.
 
Und zum 33-jährigen Vereinsjubiläum gelingt es. Die Große Höhenhauser Karnevals-Gesellschaft NAAKSÜHLE proklamiert ein eigenes Dreigestirn.

Im Vorgriff auf das Motto des Rosenmontagszug 1983 "Karneval wie im Märchen", erfüllen sich drei Freunde einen märchenhaften Traum. Und dieses Märchen beginnt so:

Es war einmal eine Elferratstour - nach Aßmannshausen am Rhein. Eine gesellige Runde feiert im Gasthaus Schuster bei Monika und Hans Altenkirch. Man speist, trinkt und ist fröhlich. Doch dann verdunkelt ein gewaltiger Schatten die Gaststube. Ein deftiger, vollschlanker Senator steht im Türrahmen und versperrt den Ausblick auf die charmanten Tischnachbarinnen. "Du bes ne richtige kölsche Buur" wird er begrüßt. "Dann ben ich dr Prinz", erklingt mit langjährig gespeicherter Inbrunst die Stimme des Senatspräsidenten. Da auch eine bereitwillige Jungfrau zur Stelle ist - so was gibt es eben in der Karnevals-Gesellschaft NAAKSÜHLE - wird an dem aufkeimenden Gedanken weitergesponnen.
Es wird fabuliert, Bedenken erhoben und wieder verworfen. Luftschlösser werden erbaut und wieder eingerissen.
Doch da man zum anstehenden 33-jährigen Jubiläum etwas Außergewöhnliches beitragen will, nimmt diese Idee Gestalt an. Das NAAKSÜHLE-Dreigestirn ist beschlossene Sache. Karneval wie im Märchen kann gefeiert werden.
Und wenn die kölsche Art nicht ausgestorben ist, so lebt sie auch noch heute."

Um keinen Ärger mit dem fürs Bewahren des Brauchtums zuständigen Festkomitee Kölner Karneval zu bekommen, werden ganz unverbindliche Kontakte aufgenommen. Dort drückt man beide Augen zu. Zum ersten, weil die KG NAAKSÜHLE nicht Mitglied des Festkomitees ist und zweitens, Höhenhaus, für Kölner Verhältnisse, weit vom Schuss liegt.

 

Das Unternehmen Dreigestirn kann anlaufen

Doch wer sind die Darsteller?
 
"Ach wär' ich nur ein einzigmal, ein schmucker Prinz im Karneval ..." - ein Jugendtraum geht für Willi Hemmersbach (Willi I.) in Erfüllung.
Willi Hemmersbach, ein Kölner mit unerschütterlichen Liebe zu seiner Heimatstadt. Seine Verbundenheit zu ‚sing NAAKSÜHLE' hat er vielfältig bewiesen. Seine Ämter als 1.Vorsitzender und Vizepräsident, Mitglied des Elferrates, langjähriger Geschäftsführer und Zugleiter des Festausschuß Höhenhauser Vereine, dem Ausrichter des örtlichen Veedelszochs, und amtierende Senatspräsident sprechen für sich.
Ursprünglicher Humor und eine Begabung auszugleichend zu wirken zeichnen de Kaffeekann, wie er wegen eines seiner Hobbies genannt wird, aus. ,Er es en richtige NAAKSÜHL'.

Zuverlässigkeit, Standfestigkeit, Toleranz und unwiderstehlicher Charme sind unverwechselbar mit der Gestalt des ‚Kölsche Buur' verbunden. Wie geschaffen ob dieser Gleichheit ist daher der Senator Günter Monschau (Günter I.) für die Verkörperung des Höhenhauser Ablegers.
Von der Natur mit prägnanter Statur ausgestattet, erfreute er bereits im Veedelszoch des Vorjahrs als Mutter Colonia. Allerdings ohne Bart und Schnäuzer. Diese männlichen Attribute hatte er ohne Murren der Gesellschaft geopfert. Mit dem Kittemmer - er ist Glasermeister - hat die KG einen Freund mit Herz und Verstand, immer bereit zu helfen. Aber auch gerne im Hintergrund bleibend.

Und die Krönung des Ganzen - ein Vollweib, lieblich und betörend, ganz Eva. Sorgsam achtet sie darauf, dass auch alle weiblichen Attribute an der richtigen Stelle platziert bleiben. Ihr Lächeln verzaubert nicht nur die Männerwelt.
Und wer gesehen hat, mit welcher Grazie sie gewandraffend zum Hofknicks ansetzt, wird kaum den Senator Willi Siebert (Wilhelma I.), genannt Teppich Willem, erkennen. Sein Herz schlägt für die Gesellschaft.
Das Spektakel ist natürlich nicht ohne Unterstützung möglich. Viele Freunde tragen dazu bei. Besonders erwähnt sei die Haus- und Hofschneiderin der KG NAAKSÜHLE, Liesel Forchy. Ihr gelingt es in akribischer Kleinarbeit, lediglich ein Foto als Vorlage nutzend, die Kostüme des Dreigestirns und der Garde zu erstellen.

Zur Damensitzung 1982 ziehen dann Prinz Willi I., Bauer Günter I. und Ihre Lieblichkeit Jungfrau Wilhelma I. in den Saal. Prinzenführer ist Heinz Otterbein, der auch Verfügungsgewalt über die Kriegskasse des Dreigestirns hat. Hofmarschall ist Manfred Soer. "Üch zor Freud, unserer Jesellschaft zor Ihr, fiere meer den 33. Jebootsdach" prangt auf der Standarte, die Albert Steinke trägt.
Zum bunten Bild gehören weiter: die tanzende Garde, in prächtiger Uniform, mit den Gardisten Gert Hering, Willi Klostermeier, Werner Koll, und Harry Schlegel sowie die Pagen Petra Braun, Angelika Rapp, Beate Penski, Manuela Dorr und Petra Schlömer. 

Die Auftritte des Dreigestirns und seines Hofstaates beschränken sich in Köln auf das unmittelbaren Umfeld der KG NAAKSÜHLE. Jedoch außerhalb der Stadtgrenze sind keine Einsprüche des Kölner Festkomitees zu erwarten.
Und so führen zahlreiche Auftritte ins Bergische Land oder nach Brühl zur Giesler Brauerei. Überall werden sie mit großem Beifall empfangen. So einmalig dieses Dreigestirn auch für die Gesellschaft war, bietet es noch heute ausreichenden Gesprächsstoff. Heute sind die NAAKSÜHLE Mitglied im Festkomitee Kölner Karneval von 1823. Heute gibt es nur noch ein Dreigestirn, das Kölner.

 

Ühlemädcher und Damen-Elferrat

1999 feiern die Ühlemädcher ein großes Fest.
 
Seit 30 Jahren besteht die Frauengruppe der Höhenhauser Karnevals-Gesellschaft NAAKSÜHLE.

Im September 1968 bittet der Vorsitzender Willi Hemmersbach die Frauen der Gesellschaft zu einem Gespräch in die Gaststätte Altgassen. Thema: Die NAAKSÜHLE planen im nächsten Jahr im Hause Puffels- kooche eine Damensitzung. Präsidieren soll eine Frau.

Präsidentin wird Kläre Wolff. Der ‚Kleiner Rat' wird ergänzt durch Amelie Breuer und Gretchen (Margarete) Winand.

Der Weiberfastnacht als Termin für die Veranstaltung ist offensichtlich schlecht gewählt. Nur eine Handvoll Frauen verlieren sich im ‚Sälchen' der Gaststätte. Und dennoch. Die Sitzung wird kurzerhand zum Kaffeeklatsch mit karnevalistischem Programm umfunktioniert. Der Stimmung ist ausgezeichnet.

Wenn dann auch für mehr als ein Jahrzehnt eine Damensitzung kein Thema mehr ist, der Grundstein für die Frauengruppe ist gelegt. ‚Dat Schmözje' wächst zusammen. Und bei einem der allmonatlichen Treffen, die in Höhenhauser und Dünnwalder Lokalen stattfinden, ist es einem ‚Imi' (Nachkriegs-Kölsch: imitierter, nachgeahmter Neu-Kölner) vorbehalten, den noch heute geübten Trinkspruch aus der Taufe zu heben. Brigitte Sturm grüßt mit einem fröhlichen "Bütz dat Ühlemädche!" Das wird freudig aufgenommen, die Ühlemädcher haben einen Namen.

Vielfältige Interessen verbindet die Gruppe. Zum Beispiel die alljährlichen Ausflüge. Waren es anfangs Tagesausflüge in die nähere Umgebung von Köln, so zieht es sie heute nach Aßmannshausen, dann aber für mehrere Tage. Der Kleiderfundus, der sich bei Schuster's angehäuft hat, soll den Bedarf eines Provinzbühne abdecken können. Theaterbesuche und Kontakte zu befreundete Vereine stehen auf dem Programm. Weihnachtsfeiern, bei denen der Nikolaus über Internas des abgelaufenen Jahres zu berichten weiß!!!, sind ebenso willkommene Anlässe zum feiern wie Weiberfastnacht und Straßenkarneval.

Doch das eigentliche Anliegen der Ühlemädcher besteht darin, die Gesellschaft zu unterstützen, ihr zu helfen; den Part im Vereinsleben zu übernehmen, wo weibliche Begabung der in Karnevalsgesellschaften dominierenden Männerwelt überlegen ist.

Gesellschaftsveranstaltungen ohne ihre Mitgestaltung und Hilfe wären nicht möglich. Ob das Sitzungen, Weiberfastnacht auf dem Wupperplatz oder interne Veranstaltungen sind, die Ühlemädcher vertreten die Gesellschaft zur Freude unserer Gäste und Mitglieder hervorragend. Großen Anteil haben die Frauen ebenso, wenn es darum geht, alljährlich neue Ideen und Vorschläge für die Veedelszoch-Kostüme einzubringen. Oder deren Beschaffung und Herstellung. Ühlemädcher sind überall.

Sie verbürgen den Anspruch der Höhenhauser Karnevals-Gesellschaft NAAKSÜHLE, eine Familiengesellschaft zu sein. Einer Familie, in der es auch gelegentlich Spannungen und Verärgerungen gibt. Aber ausgleichend wirkend und mit vernünftigem Augenmaß haben sie erheblich Anteil am harmonischem Vereinsleben.

Von ihren Anfängen bis 1994 führt Kläre Wolff 25 Jahre lang die Ühlemädcher. Mit natürlichem Charme und unverfälschter Herzlichkeit prägt sie die, zeitweilig 35 Frauen umfassende, Gruppe.
Mit leisen Tönen, aber bestimmt, vertritt sie die Anliegen und Ansprüche ‚ihrer Mädchen' gegenüber Präsident und Vorstand. Persönliche Ansprache und Mitgefühl ist ihr Markenzeichen. Und es ist Achtung und Wertschätzung, wenn der 1.Vorsitzender Dieter Langen einmal sagt: "Sie kann su jot met jedem kriesche!"
Kläre Wolff ist das Herz ‚ihrer' Ühlemädcher.
Ihr Silber-Jubiläum nimmt sie zum Anlass, ihr Amt aufzugeben.
Zur Nachfolgerin wählen die Frauen Ria Siebert. Mit Geschick und Gespür führt sie die Ühlemädcher bis heute.

Mit dem Wiederaufleben der Damensitzung in der Josef-Barten-Halle muss natürlich auch das Erscheinungsbild des Elferrates verändert werden. Wo sonst mehr oder weniger fröhliche Männer sitzen, müssen diese im Sinne der Gleichstellung weichen. Ihre Plätze nehmen ab sofort Frauen ein. Überwiegend aus den Reihen der Ühlemädcher kommend, darf sich Präsident Willi Breuer rechts und links nun mit der holden Weiblichkeit schmücken.
Um es vorweg zu sagen: Die Frauen zelebrieren ihren Auftritt großartig. Die Atmosphäre der Damensitzung ist unverkrampft und ausgelassen Eine Herrensitzung damit verglichen gleicht eher einer Klostertagung.
Tieferen Einblick zu geben verweigert sich der Chronist. Statt dessen möchte er durch eine Beteiligte über die für ihn nur schwer nachvollziehbaren Erlebnisse berichten lassen.

 

Damensitzung

aufgezeichnet von Amelie Breuer
 
Zom elften mol wor ich dies Johr dobei.
Ich ben ald de 2. Präsident am verschließe. Un en dr Session 1990 wor et besonders schön!!!
Kot noh Weihnachte es et endlich e su wick. Wie mer en Kölle su vürnem säht, die Damensitzung steiht vör de Dür.
Die zehn Fraulück, die unsere Präsident bei der Leitung der Sitzung ungerstütze müsse, machen sich jetz Jedanke, wat dummer an?
Als der Hans för sechs Johr dat Präsidenteamt üvernomme hat, wünschte er sich, dat mer em Elferrot jäl-weiße Kostüme andäten. Hammer uns och mache losse.
Ävver komisch, im Laufe der Johre woren de meschte Mädcher de Röck öm de Hüfte enorm jet spack jewode. Wahrscheinlich wor de Stoff beim wäsche jet einjelaufe.
Also mote mer ömdisponiere. Mer beschlosse, die schön bunte Kostüme anzodun, die eijentlich för de Veedelszoch sin sullte.
Dann wor et suwick. Fröh jenog trofe mer uns vör dr Sitzung, um uns schön zu mache! Einem Ühlemädcher es et Kostüm am Hals zu wick, einem zu eng. Ein kritt rude Flecke am Hals vör lauter Opräjung. Ävver do kunnte mer Abhilfe schaffen. Mer hatten uns noch all vör 10 Mark en Boa jekauf, die han mer uns dann öm de Hals gedrieht.
Dann kome die Hööt dran. Wie dumme die dann an? Noh hinge, noh vüre, grad oder schräg? Dat sin Probleme. Ein hat en janz grad om Kopp. "Du siehs jo us wie dr Kurt Lauterbach", kütt et us einer Eck.
"Dä Präsident hät jesaat, su steht dr Hot mer am Beste", dät et sich verteidige. Ävver zo joder Letz, noh mehrmaligem hin un herröcke, fande mer uns all schön. Mer kläften uns noch jet Jlimmer öm de Auge eröm. Fädig wore mer.

Fröhlich un noch e besje opjeräg marschiere mer dann Strüsje werfend en de Saal eren. Et jing tirek met Schmackes los. Et wood jeklatsch un de Mädcher woren am Singe.
Dann kom de irste Instruktion vum Präsident: "Wenn ich ding Hand drücke, stoht ihr op, weil ihr och aldens sitze blieve künnt, wenn ich stonn." Su han mer dat och su jemaat.
Die Sitzung leef schön un dr Wing leef och immer besser. Och beim Präsident. Ävver noh dem zweite Glas säht hä: "Ich hät ens jän e Glas Kölsch, noh dem Wing kriejen ich Sodbrenne." "Will's en Magentablett?", frogen ich. "Nä, ich han schon Bullrich-Salz jenomme".
Ich bestelle dann ein Kölsch un zehn Appelkorn am Telefon. (Mer kann die Bedienung jo nit für ein Bier op de Bühn kumme losse). Die Appelkörnche kome, ävver kein Bier. Su mohte mer dann dr Auftrag widderholle. Beim zweite mol hät et dann jeklapp!

Die Stimmung em Saal wor prima. Op dr Bühn och. Zweschendurch frogte mich die Mädcher e paarmol: "Woröm ston mer nit ens op"? Un ich sagten, dat der Präsident mich noch nit jedröckt hät. Mittlerweile komen vun de nette Fraue em Saal noch manche Runde för dr Elferrat. Och e Bier wor immer dobei.
Zweschendurch wood ich och als ens jedröck. Ühr müßt nämlich wesse, ich ben während dr Sitzung de Rechte Hand vum Präsident.

Als mer dann ens widder stunte, dat passiert meistens beim Schunkele, wor och widder e Tablett met neue Jetränke anjekumme. Ich stellte dat Tablett op minge Stohl. Beim Hinsetze hat ich evver nit mieh daran jedach un setz mich met mingem Allerwertesten jenau op dr Appelkorn. Ävver ich wor schnell widder hu, weil ich henge e bisje ärsch naß wor. Et wor evver nix kapott jejange, nur en einem Glas wor nix mieh drin. Denne andere wor dat janit opjefalle.

Die Sitzung jing ohne Löcher schön wigger. Bis ich et nächste mol vum Präsident jedröck wod. Mer moten widder opston. Do hatten se doch dem Hans ne Struß Blome op de Stohl jelaat. Dr wor för et Marieche vum nächste Tanzkorps bestimmt. Der Präsident wood duut verschreck, als he sich setze wollt. Ich jläuv, et woren Ruuse. Mer han dr Struß evver widder e bisje zuräch jerupp un dann kunnt er en noch verschenke.
Dann kom en Grupp, die dät Wunderkeeze verdeile, die mer dann zo einem bestimmten Zeitpunkt avbrenne sullten. Han mer och jedonn. Einem Ühlemädcher wor dat evver zu winig. Die nohm de dreiarmige Silverleuchter vun dr Bühn un hät en hin und her jeschwenk. Ne strafende Bleck vom Präsident wood em zuteil.

Su jing dann die Sitzung zu eng. Fröhlich verließen mer dat Elferratsgestühl. Ich jläuv, uns Gäst hatten unsere Präsident met singem Elferrot in et Hätz jeschlosse, sunst hätte die uns nit e suviel Runde eropjeschick. un mer freuen uns och schon widder op et nächste Johr. Nur en Ühlemädcher hät Startverbot. Dat met dem Armleuchter jeschunkelt hät.

 

Präsidentschaft Hans Breuer

1984 - 2000

Das Erbe eines großen, allseits beliebten Präsidenten anzutreten ist kein leichtes Unterfangen. Die Erwartungen der Mitglieder und der Sitzungs- gäste sind hoch.
Diese Bürde liegt auf Hans Breuer, als er sich am 30. März 1984 der Mitgliederversammlung zur Wahl stellt und bestätigt wird.
Hans Breuer hat diese Herausforderung angenommen und, so ist festzustellen, bis heute souverän gemeistert.
Die Amtseinführung übernimmt Heiner Mühr, Vorsitzender der befreun- deten Nachbargesellschaft "Uhu" und Ehrenmitglied der Gesellschaft. Im festlich geschmücktem Saal der St. Hubertus-Schützen-Bruderschaft in Köln-Höhenhaus übergibt er die Insignien, Präsidentenmütze, Zepter und Kette an den neuen Präsident; letztere ein Geschenk der Vereinslokal-Wirte Liesel und Addi Teitscheid. Neben zahlreichen Gästen gratulieren auch die Ühlemädcher mit eigens einstudiertem "Schneeflöckchen-Ballett".

Hans Breuer ist eine "gelernte" NAAKSÜHL. Als Rechte Hand seines Vorgängers, seinem Bruder Willi Breuer, kann er Abläufe und Gegebenheiten einer Sitzung kennenlernen. Und zwischen den Jahren 1978 und 1984 führt er die Gesellschaft als erster Vorsitzender, nachdem er bereits zuvor als
2. Vorsitzender das Innenleben der Gesellschaft kennen gelernt hat.
Die Gesellschaft hat 1984 eine solide Basis und ist im rechtsrheinischen Köln etabliert.
Alle Vereinsorgane sind fundiert besetzt. Bewährtes erhalten und weiter entwickeln ist nun angesagt.

Hans Breuer beschränkt sein Amt nicht auf die durchaus reizvolle Aufgabe des Präsentierens. Er ist, wie seine Vorgänger auch, Mitgestalter des Vereinslebens. Die Gesellschaft makellos darzustellen ist sein Anliegen.

Die natürliche Hausmacht eines Präsidenten, der Elferrat, wird neu organisiert. Die Elferräte finden sich ab sofort in ‚"Nestern" wieder, deren Nestführer zum verlängertem Sprachrohr des Präsidenten werden. Als feste Vertretung des Elferrats im Vorstand wird das Amt des Elferratssprechers installiert, das seit vielen Jahren von Willi Klostermeier besetzt ist. Und zur Unterscheidung zum bisherigen Elferrat wird eine neue Litevka in den Vereinsfarben gelb-weiß eingeführt. Gelb die Jacke, weiß der Schalkragen. Das äußere Erscheinungsbild ist lebhafter und passt somit besser in die Karnevalslandschaft.
Ein "Panikorchester'", aus dem Nachlass eines Spielmannzuges instru- mentiert, wird gegründet. Seitdem bereichert "dicke Trumm un Schellebaum" unüberhörbar das Vereinsleben. Die angestrebte Sensibilisierung musikalischer Ansprüche ist bisher aber nicht erkennbar! Eine zünftige Gulaschkanone aus NVA-Beständen und ein 60-Mann-Zelt werden angeschafft und sind seitdem unverzichtbare Ausstattung der Vereinsfeiern.

Obwohl die Gründungs-Satzung bereits die Zielsetzung beinhaltet, die Mit- gliedschaft im Festkomitee des Kölner Karnevals zu beantragen, dauert es fast 40 Jahre bis es so weit war. In diesen Jahren wird immer wieder kontrovers das Für und Wider einer solchen Zugehörigkeit diskutiert.
Je nach Stimmung und persönlicher Einschätzung werden Initiativen zurückgestellt oder abgelehnt. Als größter Hinderungsgrund werden die finanziellen Belastungen aber auch der zeitliche Aufwand der Ver- einsführung angeführt. Letztlich will man die Eigenständigkeit nicht aufgeben. Der reglementierte, verwaltete Frohsinn mit all seinen vermeintlichen und tatsächlichen Aufgesetztheiten vielen nicht wünschenswert.

Doch mit neuem Vorstand und frischem Präsidenten ergeben sich auch andere Vorstellungen und Möglichkeiten. Eine Kölner Karnevals- gesellschaft ohne Bindung ans Festkomitee scheint nicht mehr zeitgemäß. Nicht unerheblich wird die wachsende Zustimmung durch die Festkomitee-Präsidenten Heiner Mühr und Ralf-Bernd Assenmacher beeinflusst.
Und so legt der Vorstand der Mitgliederversammlung 1986 ein mit dem Festkomitee abgeklärter Rechte- und Pflichtenkatalog vor. Und, wider Erwarten, bekommt er das fast einstimmige Votum, sich um die Aufnahme zu bewerben.

Die fördernde Mitgliedschaft besteht seit Januar 1987 und seit 1996 ist die KG hospitierendes Mitglied des Festkomitees Kölner Karneval.

Die neue Mitgliedschaft bereichert das Vereinsleben. Neue Kontakte nach Köln werden gepflegt. Angebote des Komitees werden angenommen.
Die "Großen Kölner KG's" nehmen zur Kenntnis, dass auch Vorortvereine einiges zum Kölner Karneval beitragen.
Doch erst 1993, zum 44-jährigen Jubiläum der NAAKSÜHLE, nimmt die Gesellschaft erstmalig am Rosenmontagszug mit Festwagen und Fußgruppe teil.

 

Jubiläum 60 Jahre KG Naaksühle

Rosenmontagszug 2009

Ein Teilnehmer beschreibt es damals so:

Dann Rosenmontag. Sicherlich ein Höhepunkt in der 44-jährigen Geschichte der Großen Höhenhauser Karnevals-Gesellschaft NAAKSÜHLE. Schon um 6 Uhr morgens werden vom Elferrat in Köln die Wagen mit dem Wurfmaterial beladen. Gegen 8.30 folgt dann ‚der Rest der Zugteilnehmer, immerhin 35 NAAKSÜHLE. Es ist schon beeindruckend, als wir in der Straße Unter Sachsenhausen unseren Aufstellplatz suchen. Überall Menschen, schunkelnd, singend, zwischen Reiter-, Fuß- und Wagengruppen, die sich alle noch in die richtige Stelle der Zugaufstellung bringen müssen.

Fußgruppe in Aktion
Fußgruppe in Aktion
Wagen der KG mit stolzer Besatzung
Wagen der KG mit stolzer Besatzung

So eine Teilnahme am Rosenmontagszug kann süchtig machen. Man schwebt zwischen Glücksgefühl und jecke Tön, zwischen Himmel und Erde und den Menschenmassen am Zugweg, die wie Wellen im Wasser mit ihren Händen, Schirmen, Mützen und was sonst noch, natürlich auch den schon halb gefüllten Aldi-Tüten, nach Kammelle und Strüsjer und anderen "Wurfgeschossen" rufen und greifen.

 

Das Wetter spielt allerdings nicht so mit, wie wir uns das bei unserer
ersten Zugteilnahme erhofft hätten. Et schneit wie jeck! Beim Schmeißen des Wurfmaterials hat man immer einen kleinen Schneeball als Zugabe dabei. Die Stunden des Rutschens, Eingeschneitwerdens, Durchnäßtseins, der glücklichen Gesichter und Rufe am Zugrand, trotz des deftigen Schneefalls, findet ein Ende, ohne das wir dies so richtig bemerkt haben. "Zugende" lesen wir plötzlich auf einem Transparent über uns. Dabei haben wir noch riesige Mengen Wurfmaterial auf den Fest- und Bagagewagen.
Und was haben wir gezittert, wir könnten nicht auskommen? Wir haben zuviel, obwohl wir reichlich, aus voller Lust, geschmissen haben. 

 

Nach Rückkehr in unser Vereinslokal "Zum Grinkenschmied" am Wupperplatz wird noch bis in die späte Nacht geschwärmt und über kleine und große Begebenheiten am Rande des Zuges berichtet. Alle sind sich einig, obwohl die Teilnahme am Veedelszoch tags zuvor und der Rosenmontagszug manchen Groschen gekostet hat, dass dies ein Super-Erlebnis war, das wiederholt werden müsse. "Sinfonie in Doll" in ihren schönsten Tönen!

Aktivitäten der Gesellschaft

Seit Februar 1991 ist die KG NAAHSÜHLE Mitveranstalter bei der Eröffnung des Straßenkarnevals auf dem Wupperplatz. Der Höhen- hauser Willy-Brandt-Gesamtschule ist zu verdanken, dass diese, mittlerweile mit großem Zuspruch, stattfindende Veranstaltung etabliert wurde. Helga Nemetz und Jürgen Barten, beides Lehrer der Schule, hatten zwei Jahre zuvor mit der Schulpflegschaft diese Idee entwickelt und umgesetzt. Eigentlich als Karnevalsveranstaltung der Schule gedacht, kann durch die Mitwirkung der Karnevalsgesellschaften - auch die "Löstigen Höhenhuuser" und der Stammtisch "Fröhliche Buben" beteiligen sich - das Programmangebot erweitert werden. Neben zahlreichen Musikgruppen gehört der Besuch von Prinz, Bauer und Jungfrau, dem Kölner Dreigestirn, mittlerweile zum festen Bestandteil dieses Festes zu Weiberfastnacht.

Aus dem Ursprung der NAAKSÜHLE erklärt sich die Nähe des Vereins zum Umfeld des Vorortes Höhenhaus. Schon die Gründer legen in der ersten Satzung fest, dass alljährlich ein Wohltätigkeitsfest zu veranstalten ist, aus dessen Erlös auf einer Weihnachtsfeier 20 elternlose Kinder zu beschenken sind. Diese durch die Nachkriegszeit geprägte Idee wird später fallen gelassen, aber durch anderes Engagement fortgeführt.

Nicht von ungefähr übernimmt die KG die Patenschaft über die Peter-Petersen-Schule. Willi Hemmersbach leitet jahrelang die Schulsitzungen, deren Programme ausschließlich von den Schülern, Eltern und dem Lehrkörper gestaltet wird. Und wenn der Elferrat der Gesellschaft dort alljährlich seinen Auftritt hat, erlebt er Karneval in seiner ursprüng- lichsten Form. Diese Kinder freuen sich noch über mitgebrachten "Kamelle".

Das 40-jährige Vereinsjubiläum beschließt die Gesellschaft mit einem großen Veedelsfest auf dem Wupperplatz. Einladungen und Plakate machen schon deutlich, dass der Erlös aus dieser Veranstaltung für die Peter-Petersen-Schule bestimmt ist. Und die Höhenhauser Bevölkerung macht mit.

An zwei Tagen im September 1989 wird es ein richtiges Volksfest, an dessen Ende die Gesellschaft dem Schulleiter Erwin Klinke eine namhafte Spende übergeben kann.
Und auch ein Fußballturnier hat geholfen die Schule zu unterstützen.
1994 gewinnen die NAAKSÜHLE das "Närrische Fußballturnier" der Kölner Karnevalsvereine, und sind daher Ausrichter des Folgeturniers. Unter Mithilfe von mehr als 40 Vereinsmitgliedern wird auf der Sportanlage Thuleweg ein Fußballspektakel mit zwölf Karnevalsvereinen durchgeführt. Die NAAKSÜHLE werden zwar nicht Sieger, aber das Ziel zu helfen wird erreicht. Anlässlich eines von der Gilden-Brauerei gespendeten Weihnachtsessens kann die Schule 15.000 DM in Empfang nehmen, die zur Gestaltung eines behindertengerechten Schulgartens Verwendung findet. Zustande kommt die Summe, da die "3 Kölsche Jonge", die die KG als Paten des Turniers gewinnen können, kurzerhand den Erlös aus der Veranstaltung verdoppeln.

Ein richtungsweisender Schritt vollzog die Gesellschaft in der Session 1998. Die Josef-Barten-Halle in Köln-Dünnwald, die 23 Jahre lang Heimat des Sitzungskarnevals war, ist den Gästen nur noch schwer zu vermitteln. Der Zahn der Zeit nagt am Gemäuer. Über Verbesserungen kommt keine Verständigung zustande.
So beschließt die KG, das Angebot der Felten & Guilleaume AG zu nutzen. Das Casino bietet mehr und bequemere Sitzplätze, eine moderne Infrastruktur und mit Günter Müller einen "vereinseigenen" Koch. Der große, moderne Saal wird von den Gästen begeistert aufgenommen. Die KG hat sich verbessert. Befürchtungen, man könnte das bisher so treue Publikum nicht für Mülheim gewinnen, treffen nicht zu.

1999 feiert die Große Höhenhauser Karnevals-Gesellschaft NAAKSÜHLE nun das 50-jährige Jubiläum. Vieles hat sich die KG vorgenommen.
Eine neue Standarte, gestiftet vom Senat, wird anlässlich eines "Gottesdienst op Kölsch" geweiht werden. Die Stadtsparkasse Köln ermöglicht eine Ausstellung mit Fotos und Exponate aus der Vereinsgeschichte. Zu einem Jubiläumsempfang lädt die Gesellschaft Mitglieder und Freunde der Gesellschaft. Für die Mitglieder der KG findet eine mehrtägige Fahrt ins Riesengebirge statt. Und zum Abschluss des Jubiläums veranstalten die NAAKSÜHLE einen Ball mit großem Orchester, "Balle de Ühl" genannt. Das alles neben den obligatorischen Herren-, Damen- und Prunksitzung, dem Kinderkostümball und der Karnevalsdisco am Karnervalssamstag.
Dass die Gesellschaft am Veedelszoch durch Höhenhaus teilnimmt und mit dem Rosenmontagszug in Köln mit geht ist selbstverständlich. Gutes Gelingen.

 

Epilog zu 50 Jahre KG Naaksühle

Dieser Rückblick zeigt viele Lücken. Vieles wurde nicht angesprochen, vieles wurde nicht ausführlich genug behandelt. Eine Bewertung hieraus ableiten zu wollen wäre aber ungerecht. Beschränkung musste im vorgegebenen Rahmen sein.

Vereinsgeschichte im Rückblick umgibt sich oftmals mit einer Glorie, die ihr nicht zusteht. Die erfreulichen Aspekte und Begebenheiten stehen im Vordergrund und haften bekanntlich länger im Bewusstsein.
50 Jahre Vereinsgeschichte kann keine durchgängige Erfolgsgeschichte sein. Auch die Vereinsgeschichte der KG NAAKSÜHLE - wie könnte es anders sein- ist durch Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Zu unterschiedlich sind Bedingungen und Personen, die diese 50 Jahre geprägt haben. Doch heute darf der Chronist feststellen, dass die Große Höhenhauser Karnevalsgesellschaft NAAKÜHLE einen erfolgreichen Weg gegangen ist und eine große Akzeptanz im Vereinsleben des Vorortes besitzt. Und diese Anerkennung geht weit über die Grenzen des Vorortes hinaus.

Allen die dazu beigetragen haben, die Präsidenten, die Vorstände, und ganz besonders erwähnt, die Mitglieder und die Freunde der Gesellschaft, sind an diesem Erfolg beteiligt.
Ihnen allen gilt der Dank des Chronisten.

Dieter Langen, im Oktober 1998
Dieter Langen, im Oktober 1998

Jubiläumsjahr 1999

Ein Jubiläum fordert eine Chronik, da die Große Höhenhauser Karnevals-Gesellschaft NAAKSÜHLE in diesem Jahr ihr 55. feiert, hat Walter Blum unsere Geschichte fortgeschrieben.
In der Kirche „Zur heiligen Familie“ drängen sich die Mitglieder und Freunde der Gesellschaft zu einem Gottesdienst „op Kölsch“. Sie holen sich Gottes Segen und eine weiße Weste für das Jubiläumsjahr. Gefeiert wird mit dem kölschesten aller Pfarrer, Prof. Dr. Herkenrath. Wenn man Sünden bündeln könnte, wäre da sicher einiges zusammengekommen. Zum Glück wurde nichts gewichtet und notiert. Die Mess, ‘dat es schon e Jeföhl’!

"Schmuckorden" zum 50. Jubiläum
"Schmuckorden" zum 50. Jubiläum
Die KG NAAKSÜHLE feiert ihre erfolgreiche Geschichte, wissend, dass Freunde und Gönner wesentlich zum Erfolg beitragen. Die Herrensitzung im F&G-Casino ist bis auf den letzten Platz besetzt und das Bühnenbild vermittelt kölsche Altstadt-atmosphäre, denn die NAAKSÜHLE haben sich als Bühnenhintergrund aus dem Fundus des Kölner Opernhauses eine Leinwand besorgt, wunderbar gestaltet und bemalt mit kölschen Straßenszenen und Eckkneipen.
Unsere Gäste und die Akteure auf der Bühne sind voll des Lobes über die lebendige Umgebung, die uns nun auf der Bühne umgibt. Das gilt für die Herren- wie auch für die Damensitzung. Beide sind ausverkauft.
Der Saal, das F&G-Casino in der Schanzenstraße in Mülheim, gibt der Gesellschaft jetzt auch eine bessere wirtschaftliche Grundlage, denn die Künstler auf der Bühne sind teurer geworden und durch die Möglichkeit der Eigenbewirtschaftung sind wir in der Lage weiterhin anspruchsvolle Veranstaltungen zu finanzieren und gastfreundliche Preise zu kalkulieren.
Die KG NAAKSÜHLE erfreut sich bis dahin des organisatorischen Geschicks von Siegfried Zessinger, Betriebsratsvorsitzender von F&G mit seinen guten Kontakten innerhalb der politischen Szene. Leider tritt er aufgrund von Disharmonien von seiner Aufgabe als 1. Vorsitzender zurück. Dieter Langen und Walter Blum teilen sich für den Rest der Session die Vorsitzendenaufgabe.
Wie es sich gehört, leistet sich die Gesellschaft einen Jubiläumsempfang. Es gratulieren wichtige Zeitgenossen aus Politik, Oberbürgermeister Norbert Burger, aber auch von der Bühne, Ludwig Sebus, Hans Hachenberg, Franz Röder (Amadeus Gänsekiel), Vertreter der Nachbar- gesellschaften und nicht zuletzt der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Hans Horst Engels. Hans Gernert, Mitglied im Vorstand des FKK, hält eine Laudatio mit viel Lob für das Engagement der KG im Kölner Karneval.
Zwei sehr aktive Gruppen innerhalb der Gesellschaft feiern einen zusätzlichen Geburtstag: Die Ühlemädcher ihr 30jähriges und der Senat sein 40jähriges. Der Umfang von Ehrungen und Auszeichnungen mit Orden beim Jubiläumsempfang sprengt hier den Rahmen.
Vatertagstour des Elferrates
Vatertagstour des Elferrates
Das Festkomitee Kölner Karneval spendiert einen dicken Scheck zur Förderung der Jugendarbeit und die Stadtsparkasse arrangiert eine Ausstellung mit 200 Fotos als Überblick über die Geschichte der KG NAAKSÜHLE. Der Senat unserer Gesellschaft stiftet eine neue Standarte.
Prunksitzung, Kinderkostümfest, eine Karnevalsdisco zusammen mit der Nachbargesellschaft Fidele Jonge, Weiberfastnacht auf dem Wupperplatz und der Veedelszoch, alles läuft in einem für ein Jubiläumsjahr erfolgreichen und würdigen Rahmen.
Mit einem großen Abschiedsball, Stargast die beliebte Sängerin Anja Odenthal, verabschiedet sich die Karnevalsgesellschaft NAAKSÜHLE hinein ins nächste Jahrtausend.

Neues Jahrhundert, neue Führung, neue Perspektiven

Es sind mit die erfolgreichsten Jahre der Gesellschaft. Den Bemühungen des Vorstandes und weiten Kreisen der aktiven Mitglieder gelingt es, gut verkaufte Veranstaltungen zu organisieren und durchzuführen. Die Programme der Veranstaltungen finden positiven Zuspruch unserer Gäste.
Die Möglichkeiten, die uns das F&G Casino bietet, d.h. mehr Gäste im Saal, solide Preise und eine ansprechende Atmosphäre im Saal, nicht zuletzt auch begünstigt durch die Eigenbewirtschaftung, schaffen auch stabile wirtschaftliche Verhältnisse.
Inzwischen wird Helmut Urbach, Prinzenführer des Kölner Dreigestirns und Mitglied im Vorstand des FK, ( Festkomitee des Kölner Karnevals von 1823 e.V.) als Vizepräsident für die Gesellschaft und Nachfolger des Präsidenten Hans Breuer gewonnen. Die Nachfolge scheint geregelt.

Hans Breuer leitet seit 16 Jahren die Sitzungen der Gesellschaft mit großem Erfolg 
"Die Ühlepänz"
"Die Ühlepänz"
die Jugendtanzgruppe
die Jugendtanzgruppe
der KG Naaksühle
der KG Naaksühle

und wird am 6.4.2000 an seinem 70.sten Geburtstag innerhalb einer fröhlichen Veranstaltung, inzwischen Ehrenpräsident der Naaksühle, verabschiedet.
Eigentlich wollte er sein Amt bereits im Vorjahr an seinen Nachfolger übergeben. Aber der Nachfolger stand zu dieser Zeit noch nicht bereit.
Tolle Programme, volle Säle, begeisterte Gäste und dazu eine gute Presse, das sind die Verkaufs- und Marketingerfolge, die die Gesellschaft wachsen lassen. Inzwischen ist die KG Naaksühle zu einer mittelgroßen Karnevalsgesellschaft mit über 220 Mitgliedern angewachsen.
Sie hat jetzt sogar zwei Ehrenpräsidenten, Hans und Willi Breuer, die einzige Karnevalsgesellschaft in Deutschland, die das vorzuweisen hat.

Am 1. November steht der Vorsitzende Walter Blum und damit die Gesellschaft unerwartet vor einem großen Problem. Helmut Urbach hat seine Präsidentennachfolge aus von ihm selbst nicht zu verantwortenden Gründen zurückgezogen.
Jetzt entsteht das, was man aus Politik, Wirtschaft und anderen Bereichen kennt: Alle wollen ein Süppchen kochen, manche mit falschen Zutaten, viele Köche verderben den Brei!
Letztendlich setzt der 1. Vorsitzende durch, dass Franz Hack, dessen Fähigkeiten durchaus bekannt aber bisher nicht gefordert wurden, als sogenannter Sitzungspräsident die kommenden Veranstaltungen präsidiert. Das geschieht gegen viele Widerstände in der Gesellschaft, aber, es ist bekannt, Franz Hack macht seine Arbeit gut, hat eine gute Presse und die Gäste sind voll des Lobes. Damit ist die Moderation zukünftiger Veranstaltungen geregelt.
Die Teilnahme im Rosenmontagszug mit Fußgruppe und Festwagen ist für die Mitglieder der KG NAAKSÜHLE ein riesiger Höhepunkt.

Die Jahreshauptversammlung 2001 beschert der KG einen neuen 1. Vorsitzenden und Präsidenten in einer Person,

Dieter Ragas

FK-Präsident Hans-Horst Engels verleiht Dieter ragas die Insignien eines Präsidenten. Lachende Assistenz: Prinz Michael Pohl
FK-Präsident Hans-Horst Engels verleiht Dieter ragas die Insignien eines Präsidenten. Lachende Assistenz: Prinz Michael Pohl
Er soll frischen Wind in die Gesellschaft bringen, für eine harmonische Atmosphäre sorgen und in die Spitze der Gesellschaft wieder Ruhe hineinbringen.
Die Karnevalsgesellschaft NAAKSÜHLE wird ordentliches Mitglied im Festkomitee Kölner Karneval und damit Vollmitglied im Kreis der Kölner Mitgliedsgesellschaften. Darin steckt natürlich auch mehr Verantwortung für das große Kölner vaterstädtische Fest.
Noch auf Initiative des Vorsitzenden Walter Blum und Vorstandsmitglied Virginia Gizaw ist die Gesellschaft um eine Kindertanzgruppe „Ühlepänz“ und 22 Kinder größer geworden Sie tanzen bereits auf unseren, aber auch auf Veranstaltungen anderer Gesellschaften. Die Leitung der Gruppe hat Virginia Gizaw und das Training erfolgt vierzehntägig.
Sitzungspräsident Franz Hack
Sitzungspräsident Franz Hack
Die Ühlepänz kommen bei ihren Auftritten begeistert beim Publikum an und es ist eine Freude, ihnen beim Training und ihren Auftritten zuzusehen.
Franz Hack als Sitzungsleiter großer Veranstaltungen hat bereits in der Session vorher seine Bewährungsproben bestanden. Er ist jetzt ein Sitzungsleiter, auf den sich die Gesellschaft und der neue Präsident Dieter Ragas verlassen können. Und die Tanzgruppe „Ühlepänz“ steht in der neuen Session ebenfalls im zweiten Jahr auf der Bühne und zeigt auch nach außen, dass sich die Gesellschaft auch um die Jugendarbeit bemüht.
Mit der Übergabe von Kette und Zepter durch den Präsidenten des FK Hans-Horst Engels anlässlich der Großen Ühlesitzung im F&G Casino ist die Amtseinführung von Dieter Ragas als Präsident der Gesellschaft nun auch offiziell erfolgt.
Damensitzung in der Mülheimer Stadthalle
Damensitzung in der Mülheimer Stadthalle
Der ursprünglich durch den Präsidenten anvisierte Einstieg von Klaus Ulonska als Sitzungsleiter für die Prunk- tzung (Große Ühlesitzung), wird erst gar nicht realisiert. Franz Hack ist schon fest auf der Bühne etabliert.
Und diese Bühne heißt jetzt Stadthalle Köln- Mülheim. Zwar wandert man mit der Herrensitzung nochmals zurück nach Dünnwald in die Josef-Barten-Halle, natürlich vor ausverkauftem Haus, jedoch wird die Damensitzung wieder in der Stadthalle erlebt.
Neunhundert Frauen sind aus dem Häuschen denn, das Programm ist bombig, die Hallen Atmosphäre und die Preise stimmen. Da hat Dieter Ragas als Präsident erstmalig eine Sitzung leitend, ein Heimspiel.
Man wird nicht behaupten wollen, dass Dieter Ragas Angst vor Frauen hat, aber, erstmalig als Präsident auf der Bühne und neunhundert „jecke Wiever vor sich“, das dürfte ihm gut bekommen aber auch nicht leicht gefallen sein.
Das bleibt auch die einzige Sitzung, die Dieter Ragas als Präsident leitet.
Die KG Naaksühle sehen sich als Familiengesellschaft, in der viel los ist, nicht nur bei Veranstaltungen. So sind natürlich jedes Jahr, auch seit dem 50.igsten Geburtstag der Gesellschaft 1999, Elferrats-, Senats-, und Ühlemädcherausflüge, Radtouren, Vatertagstouren, Sommerfeste, Ühlescheeße, Gartenfeste, Weih- chsfeiern, Weiberfastnacht auf dem Wupperplatz vor dem Stammlokal der Gesellschaft „Zum GRINKENSCHMIED“ gefeiert oder durchgeführt worden.
Kindermaskenbälle, Teilnahmen im Veedelszug, sporadisch im Rosenmontagszug und zu Beginn einer Session die 11.-im-11.-Feier verbunden mit dem Ordensabend (Sessionsauftakt) stellen schon kleine und größere Familienfeste dar.
Alles das versteht sich unter dem Begriff NAAKSÜHLE-Familiengesellschaft. Jetzt sind wir auf die Session 2004 vorbereitet.
Hans-Horst Engels (m.) Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, verleiht dem neuen Präsidenten Helmut Urbach die zeichen der "Macht" !. Vorsitzender Dieter Ragas assistiert.
Hans-Horst Engels (m.) Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, verleiht dem neuen Präsidenten Helmut Urbach die zeichen der "Macht" !. Vorsitzender Dieter Ragas assistiert.

Die Wanderung aus dem Saal der Josef-Barten Halle in Dünnwald zum F&G Casino hat uns inzwischen ganz in die Stadthalle geführt, soweit es die großen Publikumsveranstaltungen betrifft. Herren-, Damen- und Prunksitzung finden 2004 in der Stadthalle Köln Mülheim statt.

Das Personen-Karussell hat sich im Oktober 2003 weiter gedreht. Dieter Ragas ist als Präsident zurückgetreten und Helmut Urbach wurde von einer außer- dentlichen Mitgliederversammlung einstimmig zum neuen Präsidenten der KG gewählt.
Inzwischen haben sich nämlich neue Situationen und Perspektiven ergeben

vom Krankenhaus beurlaubt: Helmut Urbach begrüßt die Gäste der Mädchensitzung
vom Krankenhaus beurlaubt: Helmut Urbach begrüßt die Gäste der Mädchensitzung
Dieter Ragas möchte sich engagiert um die Aufgaben des 1. Vorsitzenden kümmern. Der Karneval ist anspruchsvoller geworden, zumindest, was das Marketing und die Organisation betrifft. Die Künstler sind teurer geworden, das erfordert mehr Gäste im Saal, die Kosten sind insgesamt gestiegen, die KG Naaksühle ist nunmehr eine der größeren Gesellschaften rechtsrheinisch im Kölner Karneval geworden. Das erfordert auch größeren Einsatz des Vorsitzenden, neben seiner Aufgabe als erfolgreicher Unternehmer in der Bedachungsbranche.
Und Helmut Urbach hat nun etwas mehr Zeit für sein privates Hobby Karneval gefunden. Und als ‘Höhenhauser Jong’ realisiert er nun, was er zu Beginn des Jahrtausends gerne geworden wäre, nämlich Präsident der Naaksühle zu sein.

Sein “Dienstantritt” verzögert sich leider. Krankheit verhindert, dass er Herren- und Damensitzung präsidieren kann. Hier führt Franz Hack in souveräner Manier durch das Programm.
Doch zur Prunksitzung 2004 war es endlich soweit. Genesen und mit voller Energie leitet er die Sitzung in der Stadthalle Köln-Mülheim. Hans-Horst Engels, Präsident des Festkomitee des Kölner Karnevals und Spitzen des Kölner Brauchtums waren gekommen, um unseren Präsident Helmut Urbach standesgemäß in sein Amt einzuführen.
Krönender Abschluss der Jubiläums-Session ist die Teilnahme der Gesellschaft am Höhenhauser Veedelszoch und am Kölner Rosenmontagszug. In Höhenhaus präsentierte sich die KG mit drei Festwagen, einer großen Fußtruppe und einer fantastischen Kapelle der “Neppeser Naaksühle”.
Auch am Rosenmontag stellen die Naaksühle, gemeinsam mit unseren Freunden von der Flittarder Karnevalsgesellschaft, einen Prunkwagen, komplettiert durch eine farbenfrohe Fußgruppe.
Der Rest der Gesellschaft bestaunte den Vorbeimarsch vom eigenen Tribünenwagen.
Rosenmontag 2004 Linkes Bild, von links Henry Jahn von der Flittarder KG, 1.Vorsitzender Dieter Ragas und Präsident Helmut Urbachder KGN. Rechtes Bild: Günter Siebert (oben) und Inge Langenbei ihrer Lieblingsbeschäftigung - "Kamelle un Strüßjer schmieße".
Rosenmontag 2004 Linkes Bild, von links Henry Jahn von der Flittarder KG, 1.Vorsitzender Dieter Ragas und Präsident Helmut Urbachder KGN. Rechtes Bild: Günter Siebert (oben) und Inge Langenbei ihrer Lieblingsbeschäftigung - "Kamelle un Strüßjer schmieße".
Auch der Senat hat die Führung gewechselt.
Der langjährige Senatspräsident Willi Siebert übergibt sein Amt an Günter Adams. Neuer Schatzmeister des Senats ist, in Nachfolge von Heinz Eckey, Hans-Josef Waldvogel. Senatsvizepräsident ist nunmehr Peter Kelterbaum.

Die Gesellschaft ist nun zukunftsorientiert aufgestellt und die Führung hoch motiviert. Und so war es eine fröhliche und erfolgreiche Session im Jubiläumsjahr 2004:
5x11 Jahre KG NAAKSÜHLE, 35 Jahre Ühlemädcher und 45 Jahre Senat.
Kölle Alaaf!