Prunk- und Kostümsitzung

Es wurde sich viel für diese Sitzung vorgenommen. Es sollte sich einiges an diesem Abend ereignen. Doch fangen wir erst einmal vorne an. Mit ca. 850 Gästen konnten wir im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Besucher weiter steigern. Positiv aufgefallen ist auch, dass immer mehr jüngere Besucher den Weg zu und Naaksühle finden.

Nachdem alle Gäste ihre Plätze eingenommen hatten, wurde es Zeit für den Einzug unseres Elferrates. Für den Einzug hatte man sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. An dieser Stelle müssen wir uns leider korrigieren, denn statt elf zogen nur zehn Mitglieder auf die Bühne der Mülheimer Stadthalle. Vizepräsident Peter Monschau fiel auf, dass sie ohne Sitzungsleiter auf dem Gestühl Platz genommen haben. Peter Korth (1. Archivar) antwortete nur trocken: „Och, bei de Naaksühle fählt immer irjend jet, woröm dann nit och ne Sitzungsleiter“. „He bin ich doch“ schallte es durch die den Saal. Singend marschierte Eric Schroth durch die Reihen im Saal. „Mer bruche keiner dä uns sät“ mit diesem Lied der Bläck Fööss schaffte Eric den ersten Kontakt zum Publikum und das Eis war gebrochen. Das war ein Einstand nach Maß und das Publikum hat diese Aktion begeistert aufgenommen. Als jüngster Sitzungsleiter der Naaksühle, ja vielleicht von ganz Köln, brachte Eric (20 Jahre jung) wieder den richtigen Schwung auf die Bühne.

Um Eric Schroth sein Debüt zu erleichtern, hatte Literat Jürgen Steup ein harmonisches und tolles Programm zusammengestellt. Zu Beginn der Sitzung zog die Bürgergarde blau-gold Köln, die in diesem Jahr auch das Dreigestirn stellt, ein. Die Bühne schien förmlich aus allen Nähten zu platzen nach dem dat janze Schmölzje sich aufgestellte hatte. Es war ein tolles Bild, welches sie auf der Bühne abgaben. Andrea Erhardt und Stefan Schadek, das Tanzpaar der Bürgergarde, kamen sehr gut an. Ihre Tänze zu modernen aber auch zu nostalgischen kölschen Tönen fand große Begeisterung. Nach dem Auszug der Bürgergarde blau-gold konnte Eric direkt einen nächsten Knaller ankündigen. Die Paveier. Routiniers wie die Paveier wissen wie man zu Beginn einer Sitzung die Leute so richtig in Schwung bringt. Mit altbekannten Hits, aber auch mit neuen Titeln wie „Köln hat was zu beaten“ brachten sie den ganzen Saal zum beben. Es folgte - um sich etwas von den schweißtreibenden Leibesübungen zu erholen – Bauchredner Klaus Rupprecht mit seinem Affen Willi, ein Garant für gekonnten Wortwitz. Affe Willi sorgt zudem immer wieder für die richtige Situationskomik und schallendes Gelächter bei unseren Gästen.

Anschließend kam dann etwas fürs Auge, unsere Ühlepänz. Als vor zehn Jahren diese Tanzgruppe auf Bestreben des damaligen 1. Vorsitzenden Walter Blum ins Leben gerufen wurde, konnte man nicht absehen, welche Entwicklung die Ühlepänz nehmen würden. Von den Kleinsten bis hin zu den Großen lieferten alle eine hervorragende Leistung ab. Das Publikum dankte es ihnen mit waren Begeisterungsstürmen. Besonders gut kam der Tanz zu der Filmmusik „Fluch der Karibik“ an. Um solche Leistungen bühnenreif hinzubekommen, bedarf es harter und langer Trainingszeiten. Verantwortlich für die Ühlepänz ist Anja Weimann, die auch für die Choreografie zuständig ist. Unterstützt wird sie durch Jessica Rath. Die Ühlepänz bildeten den passenden Rahmen für das nun einziehende Kölner Dreigestirn. Auch Prinz Frank l. (Steffens), Bauer Günter (Fluch) und Jungfrau Reni (Hans René Sion) wissen ihr närrischen Volk zu unterhalten. Mit vill Hätz un vill Bejeisterung präsentierte sich das jecke Trifolium den Narren im Saal. Unter großem Beifall beendeten die drei ihren Auftritt.

Was nun folgte wird üblicher Weise nicht auf unseren Sitzungen durchgeführt. Es standen zwei Ehrungen auf dem Programm. Maria „Ria“ Siebert und Hans Breuer, beides verdiente Mitglieder unserer Gesellschaft, konnten in dieser Session leider nicht auf dem Ordensabend erscheinen. Präsident Dieter Ragas ernannte Ria Siebert zum Ehrenmitglied. Sie stand 10 Jahre als Präsidentin der Ühlemädcher vor und ist auch heute noch als Kassiererin im Vorstand aktiv. Ehrenpräsident Hans Breuer ist zum Nestor der Gesellschaft ernannt worden. Die Auszeichnung ist erst zum zweiten Male bei den Naaksühle verliehen worden. Hans Breuer hat sich nicht nur um die Gesellschaft sondern auch um den Kölner Karneval sehr verdient gemacht. Selbst als Ehrenpräsident steht er dem Vorstand noch mit Rat und Tat zur Seite. Für dieses Engagement möchten sich die Naaksühle ganz herzlich bei Ria Siebert und Hans Breuer bedanken.

Für den richtigen Schwung sorgten nach einer kurzen Pause die Labbese. Bei „Wo mir Kölsche sin es vürre“ stand der ganze Saal wieder auf Tischen und Stühlen. Besonders gut kam Frank Müller mit seinem Akkordeon-Solo an. Er ist der schnellste blind spielende Akkordeonist von ganz Köln. Den Wünschen nach einer Zugabe sind die Labbese gerne mehrfach nachgekommen. Das man mit den Labbese gut feiern kann zeigte Sänger Norbert Wielpütz als er sich gemeinsam mit Sitzungsleiter Eric Schroth und zwei Ühlepänz an den Bühnenrand setzte, sang und schunkelte. „Gemeinsam feiern“, dies verstehen wir als Familiengesellschaft. Nä, wor dat schön!

Mit Jupp Menth als „ne kölsche Schutzmann“ stand nun wieder ein Redner auf der Bühne. Seine Pointen sind ein ständiger Angriff auf das Zwerchfell. Das Publikum dankte es ihm mit tosendem Beifall. Eine wahre Augenweide waren auch die Zunftmüüs. Eine Tanzgruppe, die ihre Tänze mit viel Esprit und Elan präsentiert. Ihre Darbietungen sehen so spielend leicht aus und verlangen doch ein hohes Maß an Kondition und Akrobatik.

Als "Abräumer" des Abends entpuppten sich de Boore. Hier waren wieder alle in der Stadthalle außer Rand und Band. Ob bei „Rut sin de Ruse“ oder bei „Engel der Nacht“ tanzte und schunkelte jeder mit. Unterstützung bekamen sie zwischendurch von der „BBB“. Nein, nicht von der blonden blauäugigen Bärbel sondern von der Boore Big Band. Was jedoch keiner im Saal wusste, Präsident Dieter Ragas hatte noch etwas Besonderes mit den Booren vor. In einer kurzen, geheimen Absprache hatten sich der Vorstand und Präsident dazu entschlossen, de Boore zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Freudig überrascht nahmen de Boore diese Ehrung auf. Aufgrund der spontanen Entscheidung konnte eine Urkunde nicht überreicht werden, welches aber bei nächster Gelegenheit nachgeholt werden soll. Als Schlussnummer waren nun die Swinging Fanfares an der Reihe. Mit alt bekannten Melodien verabschiedeten sie uns in den Abend. An dieser Stelle sei auch nicht die Thomas Arens Combo zu vergessen, die vom Nachmittag bis zum späten Abend unsere Künstler bestens musikalisch begleitet haben. Bei der anschließenden After-Show-Party im Foyer der Mülheimer Stadthalle wurde noch bis in die späte Nacht gefeiert.